Erleben Sie stilechte, traditionelle Esskultur aus Japan In unserem Tatami-Raum

Ein Washitsu, auch Tatami-Raum, ist ein traditioneller japanischer Raum mit Tatami-Matten als Bodenbelag, möglicherweise auch Shoji (Schiebewänden) und einer Toko/Tokonoma (Wandnische). Oft hat er Fusuma (Schiebetüren) statt Türen mit Scharnieren.

In der Vergangenheit waren alle japanischen Wohnräume nach heutigem Sprachgebrauch Washitsu, und die Japaner schliefen in ihnen nachts auf Futons, die auf dem Boden ausgerollt wurden. Heute haben viele japanische Häuser nur ein Washitsu, das hauptsächlich für den Empfang von Gästen verwendet wird, während die meisten anderen Räume in westlichem Stil gehalten sind. Die Größe eines Washitsu wird mit der Zahl seiner Tatami-Matten angegeben, wobei man das spezielle japanische Zählwort jo verwendet. Typische Raumgrößen in Privatwohnungen sind sechs oder acht Tatami.

Eine typische Anordnung sind vier Tatami umd eine halbe Matte in der Mitte, also ein 4 1/2-Tatami-Raum. Die Größe der Tatami differiert je nach Region. Traditionell gab es nur bestimmte Anordnungen der Tatami und daraus resultierende Raumgrößen. Tatami ist eine Matte aus Reisstroh, die in Japan als Fußboden in Washitsu (traditionell gestalteten Zimmern) verwendet wird. In der Nacht wird der Futon auf den Tatami ausgebreitet, um als Schlafstätte zu dienen. Tatami bestehen aus einem fest gebundenen Reisstrohkern, auf dem eine Binsenmatte aus Igusa-Gras liegt, fixiert durch seitlich angenähte Baumwollbänder. Neue Tatami besitzen eine grüne Oberfläche. Wenn sie älter werden, gehen die Farben in gelb-bräunliche Farbtöne über. Dieser Alterungsprozess wird, soweit die Matten anderweitig nicht allzu starke Abnutzungserscheinungen aufweisen, in Japan positiv gewertet, denn er zeugt vom Leben und der Geschichte der Tatami.

Ein Tatami ist 5,5 cm dick, einen Ken lang und einen halben Ken breit, wobei die Länge eines Ken je nach Region zwischen 1,55 m und 1,82 m variiert. Heutzutage erhält man Tatami in fast allen Größen.Aufgrund ihrer empfindlichen Oberflächenbeschaffenheit werden Tatami nur mit Socken oder barfuß betreten. Die Schuhe werden deshalb am Eingang abgestellt.

Einige japanische Tischsitten

Es ist in Japan üblich, mit dem Essen anzufangen, sobald das erste Gericht aufgetragen ist. Man wartet nicht, bis alle Gerichte aufgetragen sind und auch nicht, bis die Tischnachbarn mit dem Essen anfangen. In Gesellschaft sagt man vor dem Essen itadakimasu ("Guten Appetit!", wörtlich: ich werde bekommen) und nach dem Essen gochisosama deshita (war schmackhaft und sättigend).

Suppe wird allgemein getrunken, dabei ist Schlürfen ausdrücklich erlaubt! Man darf das Reis- bzw. Suppenschälchen bis auf Brusthöhe halten. Selbstverständlich wird in Japan, ausser der Suppe, gewöhnlicherweise mit Stäbchen (ohashi) gegessen. Es zeugt von schlechten Tischmanieren wenn man Sojasoße über den Reis gießt. Man sollte auch nicht die Essstäbchen senkrecht in den Reis stecken (so wird Reis nur den Toten als Opfergabe dargeboten) oder dem Tischnachbarn Speisen mit den eigenen Stäbchen reichen (erinnert an den buddhistischen Ritus, die Knochenreste der Verstorbenen zu sortieren).

Nach dem Essen bricht in Japan gewöhnlich ein Streit darüber aus, wer die Rechnung bezahlen darf. Die Höflichkeit gebietet es, dass man zumindest einmal den Versuch unternimmt, in den Genuß dieses Privilegs zu gelangen. Beim Bier-, Wein- oder Sake-Trinken, schenkt man immer nur den anderen ein und wartet geduldig, bis ein anderer einem das Glas füllt. Wenn eine höhergestellte Persönlichkeit einem Untergebenen das Glas füllt, so gebietet es die Höflichkeit, daß dieser es in einem Zuge leert. Man sitzt auf der Tatami an einem flachen Tisch auf einem Kissen oder speziellen Bodenstühlen (Zeisu). Die traditionelle japanische Sitzhaltung ist der Seiza, bei dem man knieend auf den Fersen sitzt, den Rücken gerade aufgerichtet. Ursprünglich wurde dabei immer auf den angehockten Beinen gesessen, was die japanische Dame auch heute noch tut. Nur dem Herrn wird es nachgesehen, wenn er im Schneidersitz hockt oder die Beine heimlich unter dem Tisch ausstreckt. Es gilt übrigens als Beleidigung, wenn man seine Beine in Richtung einer anderen Person ausstreckt.

Im alten Japan wurde grundsätzlich im Seiza gesessen, da es keine Stühle gab. Es gibt Berichte über einen Shogun der Sengoku-Zeit, der über einen Stuhl so erstaunt war, dass er ihn bei Prozessionen vor sich her tragen ließ.